Archiv des Autors: Nika

Über Nika

And all I loved I loved alone.

Irgendwo da sitzt irgendetwas und es hat immer Hunger.

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Zufälligunfair

grass

Ich bin hundemüde. Ohne Hund. Meine Gedanken schießen querfeldein auf einer Wiese ohne Blumen. Und ohne Hund. Wenn ich die Augen schließe, weil ich muss, dann sind da diese Bilder von getrockneten Grashalmen, die schon gar nicht mehr grün sind, aber trotzdem noch mitsamt Wurzel in der Erde stecken. Eigentlich ist das ein Sinnbild für mein Leben. Zwischen den Halmen erscheinen Gestalten – impulsartig öffne ich meine Augen und starre nach Draußen in einen Himmel, der die Sonne schon fast komplett in sich aufgenommen hat. Schlagartig sind die Bilder verschwunden. Angst ist der Wind auf einer Wiese voller Grashalme. Er wirft sie hin und her und ist dabei so zufällig unfair, doch auch ein Grashalm muss schlafen. Ich will nicht, dass mir jemand sagt, was ich zu tun habe, aber das Leben ist der größte Kontrollfreak von allen. Bedürfnisse sind Aufgaben und wenn ich sie nicht erledige, sterbe ich auf kurz oder lang, so sieht es aus.
Ich will das so nicht. Ich will auf einem Dachvorsprung sitzen und die Sonnenauf- und Untergänge wie Sekunden erleben. Ich will nicht schwach sein, aber das Leben ist unser größter Feind, keiner wird ihn jemals besiegen.

All we have is wor(l)ds – Projekte

Ich suche Menschen, die Lust auf ein Projekt haben. 2019 habe ich die Pforten für ein Forum eröffnet, das zum Austausch psychischer Krankheiten ist, aber darüberhinaus den Schwerpunkt Schreiben bedient. Bevor das Forum für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht wird, möchte ich ein paar Leute zusammenhaben, die sich dort mit mir einleben und einschreiben möchten. 🙂
Wenn du Interesse hast, dann schreibe mir gerne unter: Kontakt

Frohe Weihnachten🎄

Ich wünsche allen frohe Weihnachten!

Ein Highfive an jeden, der heute nicht kochen muss und ein Shoutout an die Mütter, die heute mal wieder alles im Griff haben. Muss ich erst morgen.
Meine Katzi lässt sich keine Weihnachtsmütze aufsetzen und wir haben keine Kleinkinder in der Familie, denen wir die Weihnachtsgeschichte verkaufen müssen, also wird heute Abend wohl nur getrunken. Ich werde wohl am betrunkensten von allen sein, weil ich natürlich mit Migräne erwacht bin und es Schmerztabletten als Weihnachtsfrühstück gab. Aber ich denke auch das ist ein Vorteil.
Früher war ich immer aufgeregt, weil ich Geschenke bekam, heute bin ich aufgeregt, weil ich Geschenke mache. Natürlich ist es das Fest der Liebe und damit assoziiert man sofort die eigene Familie, aber denkt heute doch auch mal kurz an alle, die nicht so viel davon haben. Von Familie und Liebe. Sagt euren Mitmenschen, dass ihr sie schätzt oder liebhabt. Denkt an die Bäckersfrau, die immer genau weiß, was du haben willst, oder den Nachbarn, den du kaum zu Gesicht bekommst. Ein Lächeln und ein „frohe Weihnachten“ kostet nichts.

Cheers.

Stadtherz

Meine Augen waren zu doch war ich wach. Dort wo ich in den Nächten war, habe ich alles gehört, was man sonst nicht hört wenn man schläft. Captain Hooks Eisenklaue zeichnete geräuschvoll Yantras in Dielenböden. Geister spukten sonorisch in Sprachen, die mir fremd waren. Ich war so wenig lebendig, dass der Nachtmahr sein Ohr ganz dicht an meinen Mund hielt, um zu überprüfen, ob ich überhaut noch atmete. Und als ich die Augen öffnete und aus dem Fenster sah, wusste ich nicht, ob das dahinten ein Sonnenaufgang sein sollte, oder nur der Lichtnebel einer müden Stadt. Zu Tage schwamm mein Gehirn in Alkohol. Ich aß zwar, doch wusste nicht, wann ich das letzte mal Hunger hatte. Ich wusste nicht, wann ich das letzte mal geschlafen hatte, oder wann ich das letzte mal wach war. Ich machte alle paar Stunden für ein paar Stunden die Augen zu und machte sie alle paar Stunden für ein paar Stunden wieder auf. Mein Körper erholte sich so nicht, aber das war der Schlafrhythmus meiner Traurigkeit.

Wenn man endlich einen Therapieplatz hat und auf den ersten Termin wartet, dann klammert man sich an diesen Tag. Das gibt einem Hoffnung, man hat ein Ziel vor Augen. Dann kommt der Tag, an dem du zu diesem Termin gehst und stellst danach fest, dass es dir ja überhaupt nicht besser geht. Sogar im Gegenteil, dass so ein Gespräch eben nichts weiter ist, als ein Gespräch und eigentlich nur alles aufwühlt. Als hätte man nicht schon vorher gewusst, dass Therapie mit Zeit verbunden ist. Aber der Termin war eben der einzige Anlass für dich, um Hoffnung zusammenzukratzen. Wie schaffst du es jetzt zum zweiten Termin zu gehen?

Mein Herz ist eine müde Stadt. Dahinter geht niemals die Sonne auf.

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