Das Schattenspiel des Wellenreiters

Ein Schatten an der Wand hat viele Gesichter, obwohl er kein Gesicht hat, und ein Gesicht kann so leer sein, obwohl es so dringend jemand sein will, und sich aufbegehrend der Sonne zuneigt. Wer sind wir, wenn nicht unsere Träume? Träume sind so mächtig, dabei kann man sie nicht mal anfassen. Träume sind wie Seelen. Manchmal denke ich, sie sind der Spirit Verstorbener. Ich sehe Schiffe von unten, obwohl ich Wellen von oben sehen will. Zwischen Ertrinken und Wellenreiten kämpfe ich für etwas, das ich nicht mal (be)greifen kann. Und nur ein Toter hat das Ende des Krieges gesehen.

Wenn wir eine Galaxie auf ein Din A4 Blatt zeichnen können, ist es dann so abwegig anzunehmen, sie könne auch in dieser Größe existieren? Vielleicht in unserem Herzen.

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17 Gedanken zu „Das Schattenspiel des Wellenreiters

  1. joachimwuennecke

    Träume sind Gedanken und auch Wunschdenken. Unsere Gedanken haben die Macht alles zu können, Sogar eine Galaxie so klein werden zu lassen, dass sie in ein Teebeutel passt.
    Längst ist nichts unmöglich.
    Sehr schöner Text, Träume, Gedanken und was sie mit uns machen, was wir mit ihnen machen wollen. aber am schönsten fand ich den Satz: „Nur ein Toter hat das ende des Krieges gesehen!“ Wow sage ich dazu nur.

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    1. Jude Autor

      Genau, das denke ich auch. 🙂 Ich glaube, dass unsere Vorstellungskraft nicht minder Realität ist, als die Realität, wie wir sie gemeinhin definieren. Unsere Träume sind vielleicht nicht greifbar, aber deshalb nicht gleich weniger erreichbar. Wer weiß schon was echt ist. 🙂

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  2. mypaintinghands

    Es gibt einen wunderbar bitteren Roman von der türkischen Schriftstellerin Zeruya Shalev namens „Liebesleben“. Der erste Satz deines Textes erinnert mich sehr an ihren Stil. Vieles bleibt ungesagt und nur erahnbar.
    “ Ich sehe Schiffe von unten, obwohl ich Wellen von oben sehen will. “ Oft leider wahr. Dabei haben wir es selbst in der Hand. Aber in letzter Zeit sehe ich auch mehr Schiffe von unten leider.
    Sehr berührende Zeilen.

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  3. ruby

    Als Windsurfer weiß ich, wie man die Welt erlebt, auch in Lichtspielen der Sonne.
    Das Brett mit Mast liegt unter der Abseite des Dachbodens und wartet auf ein neues Leben wie und wann auch immer. Das berauschente ist die Geschwindigkeit die dem Körper seine Grenzen von Kraft und Geschicklichkeit erfahren läßt.

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